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O.F.T. Festival 2009

 
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Das Erbe




Anmeldungsdatum: 03.05.2008
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BeitragVerfasst am: 25.08.2009 11:40    Titel: O.F.T. Festival 2009 Antworten mit Zitat

Eine Stadt aus Eisen, pralle Sonne, 35° im Schatten und viele, viele Rockbands. Das erwartete alle, die sich bereits am Donnerstag auf den Weg nach Ferropolis, nördlich von Leipzig, machten. Zum sechsten Mal findet das Festival nun schon statt und hat sich bereits gut in der Festival-Landschaft integriert. In diesem Jahr hatte man sich wieder etwas verkleinert, nämlich von drei auf nun zwei Bühnen, um den Fans ein übersichtliches Angebot machen zu können. Im Vergleich zu den Vorjahren hat sich aber auch die Anzahl der wirklich großen Headliner ebenfalls verringert und es wurde ein Rückzieher vom Mittelalter- und Gothic-Ausflug von 2008 gemacht.

Los ging es also am Donnerstag bei sengender Hitze mit HALBSTARKE JUNGS, die als Opener natürlich die berühmte A-Karte gezogen haben, denn vor der Bühne war wenig bis fast nichts los. Wie es sich für wahre Rocker gehört, haben sie ihr Ding aber gut durchgezogen und die Bretter für die SUICIDE KINGS (von einer unbekannten Person auch “Security Kings” getauft). Sie legten ein brachiales Set hin mit ihrem Stil der irgendwo zwischen Oi, Punk, Hardcore und Metal anzusiedeln ist. Sie haben mehr und mehr herangelockt mit ihrem straighten “Auf die Fresse”-Auftritt. Die HEILIGEn BRÜHDER wurden ihrer Rolle als erste Onkelz-Coverband des Festivals gerecht und sorgten zum ersten vor der kleineren OFT-Stage für Partylaune. Die etwas exotischeren HÖRINFARKT konnten mit ihrem Ska-Punk ebenfalls sehr gut punkten. Besonders genial waren dabei einige Ska-Versionen von alten Onkelz-Krachern. THE BRIGGS waren die ersten internationalen Gäste auf der Bühne. Die Amerikaner, deren Sound eher an britische Punk-Klassiker wie die Guitar Gangsters erinnert, waren leider vielen unbekannt. Ihr Auftritt tat der Stimmung allerdings keinen Abbruch. DIE ARBEITSLOSEN BAUARBEITER brachten nun Deutschpunk ins Spiel. Ihre Lieder sind sehr eingängig und der Auftritt wirkte ebenfalls sehr gut abgestimmt. Kurios dabei: sie haben es sich wirklich getraut “Auswärtsspiel” von den Toten Hosen zu spielen und dass nachdem zuvor noch einige Leute ihre Jahre alten “Scheiß Tote Hosen” Sprechchöre abließen (einige von ihnen haben den Song trotzdem mitgefeiert…). DIRK & DURSTIG gaben dann die zweite Runde Onkelz-Cover an dem Abend. Dabei gab es wenig kurioses, es war eben die übliche Sause, wie man sie bei Coverbands kennt. Nochmals echte Partylaune versprachen nun die BONKERS. Sie kann man als ein Mix aus Tankard, Dimple Minds und einer Brise JBO gut beschreiben und das wurde auch geliefert. Viele rockige Trink-, Spaß- und Partysongs krachten durch die Boxen und beendeten den Warmup-Tag. Bis hierher schon mal super Stimmung und klasse Wetter.

Etwas bewölkter und deutlich abgekühlter zeigte sich hingegen der Freitag, wobei das Line Up etwas mehr versprach. Etwas verspätet (da MIDDLEFINGER SALUTE wohl abgesagt hatten) eröffneten TECH9 aus den Niederlanden den Tag mit ihrem durchaus schlagkräftigen Streetrock vor noch recht wenigen Zuschauern den Tag. MASSENDEFEKT machten den Anfang auf der größeren OFT-Stage, aber wegen der Uhrzeit nicht unbedingt vor vielen Leuten. Ihr Gig wirkte insgesamt sehr super abgestimmt, wobei vor allem das neue “Kung Fu Charlie” neben den altbekannten Songs überzeugte. GROBER KNÜPPEL wurden ihrem Namen wieder mehr als gerecht und zerlegten die kleine Bühne fast zu Kleinholz. Brachialer Sound, aggressiver Auftritt und Fans, die Super abgingen - so soll es sein. Eigentlich waren nun GLORREICHE HALUNKEN am der Reihe, aber die weitaus größere Aufmerksamkeit bekam der extreme Regenguss, der in ca. 20 Minuten das ganze Geländer unter Wasser setzte. So waren es dann auch nur wenige Leute, die die Onkelz-Covers auch nach dem Regen vor der Mainstage feierten. THE GRIT nahmen nun die OFT-Stage in Beschlag und rockten mit Kontrabass in Rockabilly-Manier tierisch gut ab. Bühnenshow und Stimmung haben trotz recht wenig Fanresonanz sehr gut gepasst. Es war fast schon eine Überraschung PAINWORDS auf der großen Mainstage zu sehen, aber sie meisterten das ganz gut. Rein musikalisch gesehen war der Auftritt spielerisch dabei wirklich sehr gelungen. Noch eine Runde Hardcore lieferten BACKFIRE auf der Nebenbühne, wobei besonders gegen Ende hin sich der Platz vor der Bühne räumte, da die KRAWALLBRÜDER ihr Set auf der Mainstage begannen. Mit neuem Album und ihren alten Gassenhauern im Gepäck sorgten sie zum ersten Mal für ein großes Aufkommen vor der Bühne. Knapp 3000 bis 4000 Leute versammelten sich zum Auftritt der Saarländer. Das ist im Vergleich zum Vorjahr zwar weniger, aber die Stimmung war immerhin tadellos. FLATFOOT56 lieferten in flotter Irish-Folk-Punk-Manier einen extrem mitreißenden und tanzbaren Gig. Eine wirklich super Bünhenpräsenz, auch wenn man sich hier wieder durchaus mehr Zuhörer erwünscht hätte. Die KNEIPENTERRORISTEN lieferten nun Onkelzcover in ihrer typische sehr Metal lastigen Variante und konnten die Stimmung von den Krawallbrüdern dabei recht gut aufrecht erhalten. Von der Ostsee heran gereist lieferten die CRUSHING CASPARS einen Auftritt, der von vorne bis hinten stets Action auf und auch vor der Bühne bot. Ihre Art und Weise Hardcore zu interpretieren ist auch für Leute, die nicht auf diese Musikrichtung stehen einfach faszinierend. Letztes großes Highlight des Tages waren die Berliner Recken von TOXPACK. Ihr neues Album sollte eigentlich zum OFT Release feiern, aber die Gründe haben wir ja bereits dazu schon erläutert. So wurde der Schwerpunkt auf bereits älteres Material gelegt, auch wenn mit “Kopfbohrer” ein neuer Song den Auftritt eröffnete. “100% Ich“, „Epidemie” und “Ohne Mich” wurden ebenfalls schon live gespielt, wobei letzterer bereits vom Videoclip her sehr vielen Leuten bekannt war und entsprechend gefeiert wurde. Ansonsten war der Gig von der ersten bis zur letzten Sekunde ein wahres Feuerwerk - “Suff und wilde Spiel” war dabei wohl das Highlight überhaupt, wenn da nicht zum Ende noch ein Cover von Disciplines “Everywhere we go” gewesen wäre - das war der einfach nur Wahnsinn, wie die Fans dabei abgingen. Den Rausschmeißer machten auf der OFT-Stage nun die SPIDER CREW, welche mit hohem Arschtritt-Faktor in ihren echt extremen Hardcore zwar nicht allzu viele ansprachen, aber insgesamt haben die Jungs echt überzeugt.

Samstag, Tag 3 des Festival-Spektakels, wurde zumindest wettertechnisch gesehen sehr angenehm. Mit Schalke-Schal bewaffnet haben SUSPEKT den Startschuss gemacht. Ihrem Verein konnten sie zwar nicht zum Sieg verhelfen, aber der Auftritt hatte durchaus überzeugt, auch wenn sicher noch viele am ausnüchtern oder bereits nachfüllen waren. STÖRTE.PRIESTER sollten nun dran sein, aber sie waren erst gar nicht angereist. Wer die Gründe dazu kennt, kann da leider nur mit dem Kopf schütteln. So entstand eine kleine Lücke in der Running Order aber KÖNIGE FÜR EINEN TAG haben so etwas eher auf der Mainstage angefangen und mit Onkelzcover schon mal alle Leute zumindest aufgewärmt und aufgeweckt. PÖBEL & GESOCKS haben trotz recht früher Stunde mit ihrem Ballermann Rock’n'Roll für wahre Sauflaune gesorgt und es grölten nicht gerade wenige die recht unkomplizierten Partykracher mit. Aber auch hier wurden es gegen Ende hin etwas weniger Fans, da Gery Meskil mit seiner Band PRO PAIN die Mainstage enterte. Tja was soll man dazu sagen, die Jungs haben es einfach drauf und boten einen Gig, der auf einer Tinnitus-Skala von 1 bis 10 locker auf 9,9 kommt. Etwas sachter ging es mit den Oi-Klassikern von EVIL CONDUCT weiter. Recht grooviger Oi-Rock, der erschreckend wenig Leute vor der Bühne erreichte und das obwohl da eine Szene-Größe auf den Brettern stand. Vollgas Rock’n'Roll gab es nun auf der Mainstage. KÄRBHOLZ hatten dabei neben bekanntem Material auch zwei Überraschungen im Gepäck. Das war ein neuer Song und ein Cover von “Beinhart wie ein Rocker” (dem Werner-Titelsong), wie man es auf der GOND auch hören konnte. Stimmung war mal wieder an einem Siedepunkt angelangt. Die STAATSROIBER, welche erst kürzlich in der Bandworm-Familie aufgenommen wurden, legten mit ihren Deutschrock a la Broilers mit sehr vielen eigenen Akzenten eine super Show hin. Gesanglich und auch insgesamt war man sehr nah am CD-Sound, was eine nicht einfache Kunst ist live. Da steckt Potenzial drin in der Band! Ihr Potenzial schon sehr ausgereizt haben dagegen 9MM, bei denen es wieder eine bahnbrechende Stimmung gab. Ihre Bühnenshow ist einfach eine Nummer für sich und die ballernden Riffs mit Volkers Gesang ließen die Köpfe kreisen und die Leute pogen. Schon fast schade für einen Autor, wenn es mal nix zu meckern gibt, aber bei dem Auftritt gab es absolut keine Grundlage dafür. Bei THE LAST RESORT verhielt es sich leider wie bei Evil Conduct, eine extrem gute Band, die aber wohl ihrer Spielzeit zum Opfer fiel. Viele brauchten nach 9MM sicher erst mal eine Pause oder wollten ihren guten Platz bei FREIWILD nicht aufgeben. Fast schon verständlich, denn bei den Südtirolern brachen nun alle Barrieren. Sie ließen auch keinen Hit aus und so war es einfach nur grandios, was da bei Liedern wie “Südtirol”, “Freiwild” oder “BOUL” abging. Der Fangesang bei “Alkohol” war dabei wohl das Highlight schlechthin, da wirklich fast jeder da mitsang. VOLXSTURM hatten jetzt sicherlich keinen einfachen Job. Aber die Oi-Punker von der Nordseeküste legten auch trotz Grippeschwächung nur zu viert eine super Show hab. Da fehlte absolut kein Hit im Repertoire und als schon fast keiner mehr glaubte, dass es kommt, kam es. “Biertrinken” schloss den Gig ab und sorgte für eine Spitzenstimmung vor der OFT-Stage. Die letzte Portion Onkelzcover lieferten nun die ENGEL IN ZIVIL, welche einen gebührenden Abschluss auf der Mainstage feierten und noch das letzte aus den Fans herausholten. Wer nun immer noch nicht genug hatte, konnte sich nun mit einer fetten und brachialen Portion Oi bei RIOT COMPANY bettfertig machen. Natürlich nicht mehr so viel los, aber die die da waren, hatten sichtlich ihren Spaß.

Backstage und auf dem Campingplatz wurde noch bis in den Tag hinein der Abschluss vom OFT 2009 gefeiert. Bleibt zum Abschluss zu sagen, dass es ein riesen Spaß für alle Beteiligten war, auch wenn leider recht wenig Zuschauer kamen. Ob das nun am Wetter, den wenigeren Headlinern oder an wasauchimmer lag wird sich sicher aus Veranstaltersicht noch klären müssen. Eins muss ich aber noch loswerden. Auch wenn ich kein Freund des erhobenen Zeigefingers bin, muss ich die Leute mal aufs schärfste kritisieren, die meinen den Shuttlebus zerlegen zu müssen oder am Donnerstag fast den Campingplatz mit einer Leuchtpistole abfackelten. Party, Spaß und gut Laune - das soll alles sein, aber solche Dämlichkeiten haben damit nichts zu tun und machen es für die Veranstalter auch nicht leichter ihr Vorhaben vor den Behörden zu verteidigen.

Nun will ich den Bericht aber nicht so negativ abschließen und bedanke mich im Namen des ganzen Teams bei den Veranstaltern, den Bands, allen Fans, die bei uns am Stand vorbeigeschaut haben und bei dem Erfinder des Bieres - ohne dich wär es nur halb so lustig.

Also cheers und wir sehen uns 2010 wieder!
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Playse



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Burning Kings

BeitragVerfasst am: 25.08.2009 12:59    Titel: Antworten mit Zitat

scheiße, Massendefekt, Frei.Wild und Kärbholz verpasst... Ich kriegs Kotzen...

Aber danke für die Review. Ist schön zu lesen.

Edith fragt: was sind denn die besagten Gründe, dass eein paar Bands nicht gekommen sind und warum die CD nicht released wurde?
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Das Erbe




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Band(s):

BeitragVerfasst am: 25.08.2009 13:44    Titel: Antworten mit Zitat

Am besten beim Veranstalter oder den Bands nachfragen. Die wissen sowas am Besten, ansonsten sinds doch immer bloß halbe Wahrheiten usw...

Für die schönen Reviews müsst ihr euch beim Deutsch-Rockt Team bedanken. www.deutsch-rockt.com

Echt ne Seite die empfehlenswert is.

Andreas
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der_kai
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Spectrodize
tubeless
Voice2Bass
Nitewalk

BeitragVerfasst am: 25.08.2009 18:01    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Für die schönen Reviews müsst ihr euch beim Deutsch-Rockt Team bedanken.

Texte von anderen Autoren bitte im Ursprungsposting immer mit Quellennachweis versehen.
Kann sonst ne Menge ärger bringen... vor allem für uns als Forumbetreiber!
_________________
"Artilleriefeuer brach in einem Fenster hoch über ihnen los, aber es wurde nur ein Baßgitarrist dafür erschossen, daß er dreimal hintereinander denselben falschen Riff gespielt hatte [...]" (aus "Macht's gut, und danke für den Fisch" - Douglas Adams)
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Das Erbe




Anmeldungsdatum: 03.05.2008
Beiträge: 123
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Band(s):

BeitragVerfasst am: 25.08.2009 18:51    Titel: Antworten mit Zitat

ok, danke für den Hinweis.

Quelle: http://www.deutsch-rockt.com

Link zum Artikel: http://www.deutsch-rockt.com/oft-festival-2009-in-bildern-und-worten/
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